«Traumathletin» hatte auch Macken: Giulia Steingruber wurde zum Ehrenmitglied des Trainingszentrums Fürstenland Frauen ernannt

Athletinnen und Athleten vergessen während und nach ihrer Karriere oft, wo sie herkommen. Nicht so die über all die Jahre ohne Skandale und Outings gebliebene Gossauerin Giulia Steingruber. 2016 holte sie in Rio Olympiabronze, 2017 Bronze an der Weltmeisterschaft in Montreal, sechsmal wurde sie Europameisterin. Ihre turnerische Grundausbildung hat Giulia Steingruber im Trainingszentrum Fürstenland der Frauen (TZFF) erhalten.

 

Im kleinen Kreis der TZFF-Familie wurde Giulia Steingruber anlässlich eines Testwettkampfs zum Ehrenmitglied ernannt. Ihre erste Trainerin Marianne Steinemann und Vorstandsmitglied Helen Landolt – stellvertretend für die erkrankte TZFF-Präsidentin Deborah Koster – würdigten das Aushängeschild des Schweizer Turnsports. Nicht nur sportlich, auch als Persönlichkeit sei Giulia Steingruber ein Vorbild für den Nachwuchs.

 

Später ins Nationale Leistungszentrum als üblich

Es wurde viel gelacht in Oberbüren, zu Anekdoten und Geschichten von der damaligen Talentgruppe, der weitere spätere Internationale angehörten. Giulia habe ihre Macken gehabt, gezickt habe sie wie jeder Teenager. Dabei sei sie aber immer fokussiert gewesen, sagte Marianne Steinemann. Die heute erfolgreichste Schweizer Turnerin aller Zeiten sei für eine Trainerin eine «Traumathletin» gewesen.

 

Entgegen den Empfehlungen der Verbandsspitzen entschieden sich die Eltern Fabiola und Kurt Steingruber, Giulia erst mit acht Jahren ins Nationale Leistungszentrum zu schicken. Weil sie auch in ihrem «Heimzentrum» und nahe bei ihren Kolleginnen gut gefördert wurde, kam die Weltkarriere trotzdem zu Stande, wenn auch nicht nach «Schema X».

 

Die 37-fache Schweizer Meisterin bedankte sich an der Feier für die Unterstützung, die sie im TZFF erfuhr. Heute ist Giulia Steingruber Sport-Marketing-Fachfrau und lebt mit ihrem Partner in Biel. Sie versprach:

 

«Ich werde dem TZFF ein gutes Ehrenmitglied bleiben und, wann ich immer kann, unterstützend zur Seite stehen.»

 

Die Ehrung fand im Rahmen eines Testwettkampfs statt. Getestet wurde ein neues «Einführungsprogramm», welches Steingrubers erste Trainerin Marianne Steinemann, deren Tochter Aurelia, die ebenfalls Trainerin ist, und die internationale Kampfrichterin Yvonne Hilpertshauser entwickelt haben. Das Programm wird nun in der ganzen Schweiz angewendet.

 

Quelle: Wiler Zeitung 

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